Treppenhaus-Galerie

Ganz herzlichen Dank an Sigrid Braun-Umbach, die seit vielen Jahren Ihr Haus für die TREPPENHAUSGALERIE geöffnet hat und Sabine Wittstock, Alexandra Rettig-Amendt und mich zum Thema "Auf der Flucht" eingeladen hat, an einem Wochenende im August 2025 unsere Arbeiten zu diesem Thema zusammen mit ihren auszustellen.

15 Jahre TREPPENHAUSGALERIE

Ende August 2025 öffnete Sigrid Braun-Umbach ihr schönes Künstlerhaus in der Ringstraße zum letzten Mal für ihre jährlich stattfindende TREPPENHAUSGALERIE.

Angefangen hat es 2010 mit der Idee, an Berliner Salonkultur anknüpfend einen Ort zu schaffen, fernab vom offiziellen Kunstbetrieb Kunst zu zeigen, ins Gespräch zu kommen, KünstlerInnen und Kunstinteressierte zu vernetzen. In ihrem Drei-Generationenhaus bewohnt Sigrid Braun-Umbach mit ihrem Mann das Erdgeschoss und hat oben, in der dritten Etage ihr Atelier. Schon immer hingen auch im Treppenhaus ihre vielfältigen Arbeiten und auch Arbeiten anderer befreundeter KünstlerInnen.

Die Arbeiten von Braun-Umbach, die selbst gefühlt schon immer künstlerisch tätig ist und bei Malern wie Jobst Günther und Axel W. Räbiger (Berlin) gelernt hat, umfassen Malerei und Drucke in verschiedensten Techniken, Illustrationen für Bücher und Photographisches. Außerdem Texte und Haiku/Kurzlyrik.

Sigrid Braun-Umbach verbrachte seit über 30 Jahren auch viel Zeit auf Lanzarote, wo sie und ihr Mann immer einen großen Teil des Jahres heimisch waren. Auch dort hatte sie ein eigenes Atelier und regelmäßige Ausstellungen. Gute Sprachkenntnisse (fließend Spanisch), ehrenamtliche Tätigkeiten und viel Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben die Insel für sie zu einem zweiten Zuhause gemacht.

Im letzten Jahr haben sich die beiden schweren Herzens und mit einer viel beachteten Abschiedsausstellung von dort verabschiedet. „Irgendwann sagt das Alter und die Gesundheit, jetzt ist es genug mit zwei Haushalten, zu viel Organisation und Reiserei. Es war eine sehr schöne und intensive Zeit für mich dort, ich habe viele Menschen getroffen und kennengelernt, die mir wichtig in meinem Leben geworden sind“ so Braun-Umbach.

„Und auch aktuelle Themen wie die Flüchtenden übers Mittelmeer, die auch auf Lanzarote ankommen, haben mich dort sehr berührt. So notiere ich jeden Tag, auch in Berlin, wie viele Menschen dort angekommen sind, oder auch vor der Küste ertrunken sind. Für mich sind das aber nicht nur Zahlen, hinter jeder Zahl stehen Menschen.“ So ist auch das Thema und der Titel für die diesjährige TREPPENHAUSGALERIE entstanden: „Auf der Flucht – woher? wovor? warum? wohin?“

Eingeladen hat sie wieder Gastkünstlerinnen, die zu diesem Thema arbeiten. Alexandra Rettig-Amend hat Schmuck zum Thema Flucht aus der Ukraine entworfen; Sabine Wittstock zeigt Onlinegraphics, Bilder, die am Computer entstehen, schwarz-weiß oder auch farbig, mit eindrucksvoller Linienführung und ausdrucksstarken Inhalten zum Thema; und Gesine Wenzel macht schon seit vielen Jahren grafische Drucke für die Seebrücke e.V. und thematisiert in Acrylbildern Afrika und seine Grenzverläufe. Die Hausherrin selbst zeigt ebenfalls großformatige Bilder und Texte zu dem auch nach über 20 Jahren noch aktuellen Thema der Flüchtenden über das Mittelmeer.

Jeder ist eingeladen, sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild zu machen von einem bestimmenden Thema unserer Zeit.

Kommen Sie in das besondere Künstlerhaus in Lichterfelde West und schauen Sie; kommen Sie ins Gespräch, informieren Sie sich und lassen Sie sich inspirieren, vielleicht auch zu einem neuen Blick auf die Welt. Zurzeit sind ca. 120 Millionen Menschen auf der Flucht, viele davon sind Binnenflüchtlinge im eigenen Land, viele sitzen in Nachbarländern fest, manche schon in der dritten Generation. Die Künstlerinnen dieser Ausstellung wollen daran erinnern.

Text: Gesine Wenzel

Die Aufteilung Afrikas

Die Kongokonferenz (oder Westafrika-Konferenz) fand vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885 auf Einladung des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck in Berlin statt und sollte die Handelsfreiheit am Kongo und am Niger regeln. Sie wird auch als Berliner Konferenz bezeichnet. Ihr Schluss-dokument, die Kongoakte, bildete die Grundlage für die Aufteilung Afrikas in Kolonien unter hauptsächlich Großbritannien und Frankreich, aber auch Portugal, Belgien und Deutschland, Spanien und Italien.

Gemeinsames Ziel der Konferenzteilnehmer war es, die bisherigen und zukünftigen Eroberungen (völker)-rechtlich abzusichern, aber auch freien Handel und freie Schifffahrt auf den Flüssen Kongo und Niger festzuschreiben. 

Der belgische König Leopold II. erzielte einen großen Triumph, da er faktisch seinen Privatstaat bekam: Mit dem Kongo war das rohstoffeichste Gebiet Afrikas nicht in den Besitz einer Großmacht übergegangen, sondern an den Herrscher Belgiens, eines Landes, das für die europäische Kontinentalpolitik von geringer Bedeutung war.

Die Folgen der Konferenz waren für die weitere Kolonialisierungsgeschichte Afrikas tiefgreifend: Nun, da die völkerrechtlichen „Spielregeln“ festgelegt waren, setzte sich der bereits laufende „Wettlauf um Afrika“ umso schneller fort. Innerhalb von drei Jahrzehnten wurde der Kontinent fast vollständig europäischen Herrschern unterworfen, die bei der Grenzziehung keine Rücksicht auf die lokale Bevölkerung nahmen, was sich bis heute auf der Landkarte zeigt.

Auch wenn seit etwa 1945 die Kolonien nach und nach in die Unabhängigkeit entlassen wurden, sind deren Teilungen bis heute zu spüren: in zahlreichen Kriegen, Vertreibungen und Hungers-katastrophen in Afrika.